DUNNE & RABY. The School of Constructed Realities

1431747105279Der MAK DESIGN SALON #04 in der MAK-Expositur Geymüllerschlössel steht im Zeichen von Fiktion und Realität: Das Londoner Designduo Dunne & Raby untersucht mit seinem Ausstellungsbeitrag The School of Constructed Realities die Potenziale spekulativen Designs im Hinblick auf Herausforderungen und Perspektiven im 21. Jahrhundert. Die Arbeiten des Studios dienen als Anschauungsbeispiele einer fiktiven Designschule, die sich im Geymüllerschlössel erstmals formiert. The School of Constructed Realities ist ein Modell, das unterschiedliche Ideen und Experimente miteinander verknüpft, um mittels Design noch zu erfindende Welten darzustellen. Die BesucherInnen der Ausstellung sind eingeladen, über den Einfluss von Designausbildungen im Hinblick auf die Entwicklung und Gestaltung von Zukunftsvisionen nachzudenken. The School of Constructed Realities ist der Titel einer Kurzgeschichte, die Dunne & Raby erstmals 2014 auf dem Online-Portal von Maharam (einem 1902 vom russischen Immigranten Louis Maharam in New York gegründeten, künstlerisch progressiven Textilhaus) veröffentlichte. Anthony Dunne, Gründer und langjähriger Leiter des Design Interactions Departments am Royal College of Art in London, und Fiona Raby, Professorin für Industrial Design an der Universität für angewandte Kunst Wien, gelten seit Jahren als PionierInnen einer konzeptuellen Designbewegung. Mit The School of Constructed Realities stellen sie einen alternativen Ansatz zur gegenwärtigen Designausbildung vor, die sich teilweise noch heute an der Kunstgewerbe- und Bauhaus-Bewegung des 19. und 20. Jahrhunderts orientiert. Jeder Raum in der MAK-Expositur Geymüllerschlössel verweist auf neue Lern- und Lehrinhalte wie „Weltandeutung“, „Ästhetik der Unwirklichkeit“, „Physische 1431747105275Fiktionen“, „Eine neue Normalität“, „Jenseits des Realismus“ oder „Objektsystematik“. Jüng-ste sowie eigens für diese Ausstellung entwickelte Arbeiten von Dunne & Raby dienen bei diesen Themen-Inszenierungen als Anschauungsmaterial. Eine Spekulation über den Fortbestand des Vereinigten Königreichs skizziert das Projekt United Micro Kingdoms (UmK), das Dunne & Raby 2013 im Auftrag des Design Museum in London entwickelte. Miniaturmodelle und Illus-trationen geben Einblick in ein alternatives Großbritannien, das sich in vier unabhängige Regionen mit unterschiedlichen Gesellschaftssystemen und Lebensstilen aufteilen würde. Diese von gängigen Vorstellungen befreiten „Laboratorien“ hinterfragen die kulturelle und ethische Auswirkung vorhandener und neuer Technologien und wie diese unsere Lebensweise verändern.

Die Arbeit Not Here, Not Now (2014), die ursprünglich für die Ausstellung Future Fictions am Z33 – House for contemporary art in Hasselt, Belgien (5.10.2014 – 4.1.2015), entwickelt wurde, stellt fiktionale Objekte in den Kontexten „Ästhetik der Unwirklichkeit“ und „Physische Fiktionen“ dar. Großformatige Fotodrucke zeigen spekulative Produkte und Interfaces wie ein Publi-voice, einen Ethiculator oder einStop & Scan device, die ebenfalls Teil der Lebenswelt der „Digitarians“ [DigitarierInnen] – einer Gesellschaft, die von den Möglichkeiten der digitalen Technologie abhängt – in UmK sind. Eigens für die Intervention The School of Constructed Realities realisierten Dunne & Raby in Zusammenarbeit mit den in London lebenden und arbeitenden Designern Keiichi Matsuda und Lukas Franciszkiewicz die filmische Animation Not Here, Not Now: CGI (2015), die die Darstellbarkeit von Fiktionen auslotet. Gemeinsam mit Franciszkiewicz, einem ihrer ehemaligen Design Interactions-StudentInnen, erarbeiteten sie für den MAK DESIGN SALON #04 das Filmprojekt Meinong’s Taxonomy of Objects (2015), das die Gegenstandstheorie des österreichischen Philosophen und Begründers der Grazer Schule der Experimentalpsychologie Alexius Meinong (1853–1920) thematisiert. „Dunne & Rabys Verständnis von Design ist umfassend und eröffnet DesignerInnen und uns allen einen enormen Spielraum für ein erweitertes Nachdenken über die Zukunft“, so Thomas Geisler, Kurator der Ausstellung und Kustode der MAK-Sammlung Design, zum diesjährigen MAK DESIGN SALON #04. Das Designduo, das seine Projekte stets als Ausgangspunkt für neue Explorationen und nicht als Präsentation vor-definierter Ergebnisse sieht, folgt mit The School of Constructed Realities auf Design-interventionen von Robert Stadler (Back in 5 min, 13. September – 30. November 2014), Studio Formafantasma (The Stranger Within, 14. September – 1. Dezember 2013) und Michael Anastassiades (Time and Again, 12. Mai – 25. November 2012). Die Intervention The School of Constructed Realities, die vom Auktionshaus Dorotheum großzügig unterstützt wird, bietet am 4. Oktober um 11:00 Uhr Anlass für eine Matinee im Rahmen der VIENNA DESIGN WEEK. Fiona Raby und Anthony Dunne sowie der Designer Jurgen Bey, Partner des Studios Makkink & Bey und Direktor des Sandberg Institute an der Gerrit Rietveld Academy in Amsterdam, diskutieren unter der Moderation von Thomas Geisler über neue Denkschulen und Ausbildungsmodelle im Bereich Design. [MAK-Expositur Geymüllerschlössel – 12. Juni – 4. Oktober 2015, Foto: © MAK]

DAS KUNSTMAGAZIN
KUNSTINVESTOR  Nr. 5 
Ausgabe Mai 2015
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