Heinz Frank – Der Winkel des Endes kommt immer von hinten

„Mein Tun wohnt im Zwischenraum zwischen dem Nichts innen und dem Nichts draußen“, sagt Heinz Frank, der sich seit seinem Architekturstudium bei Ernst A. Plischke in den 1960er Jahren als Bildhauer, Zeichner, Maler, Sprach- und Objektkünstler, manchmal auch als Entwerfer von Innenräumen und Einrichtungsgegenständen betätigt. Und dabei seine Medien gerne miteinander verschränkt, so wie er es auch mit Materialien tut: Holz, Stein, Gips, Farbe, Ton, Glas, Metall und gefundene Textilien, Drähte, Kisten, Böcke, Spiegel oder Teile alter Möbel und Geräte. Solche Dinge und Mittel kombinierend, assemblierend und transformierend lotet Frank Spannungsfelder wie hart/weich, kalt/heiß, innen/ außen, schwer/leicht, Anfang/Ende aus, um stets aufs Neue darzustellen, wie – und dass – alles miteinander verbunden ist. Er selbst bringt solche Intention auf die paradoxe Formel: „Ungeformtes umformen in Formloses“. Dabei ist am Anfang seines bildnerischen Tuns immer das Wort – beziehungsweise ein aphoristischer Gedanke, der, händisch auf ein Stück Papier geschrieben, dem aus ihm entwickelten Gebilde auch weiterhin zur Seite liegt. „Das Loch ist der Inbegriff der Leere“, „Des Nasenaffens Mich“ oder „Das Hinten und das Vorne der Anderen“ … lässt sich nebst und mit seinen Bildern und Gebilden lesen, während die vierrädrige Bodenskulptur „Durch dadurch“ sich potenziell ewig im Kreis und um sich selbst dreht. Eine andere anthropomorphe Plastik wiederum hat „Keinen Hinterkopf, denn die Spitze zum Trichter ist zum Denken geboren“. Franks vielgestaltige Sprachkunst-Bildwerk-Kombinationen – im Ausstellungsraum sind Werke aus unterschiedlichen Entstehungszeiten (ab 1970) versammelt – führen die Betrachter/innen in eine Ideenwelt, in der das Menschsein, der Ursprung und Weg der Gedanken, der Körper und das Innere zentrale Themen sind.
Hier gehört zusammen, was im rationalistisch-ökonomisch geprägten Alltagsgetriebe geflissentlich separiert wird: Vernunft und Emotion. Von Heinz Frank lernen wir, dass beides voneinander abhängt und somit auch als gleichwertig zu erachten ist: Was den Mensch zum Menschen macht, ist der Gedanke, der gefühlt wird, und umgekehrt. So lautet eine seiner Devisen: „Gefühltes denken und Gedachtes fühlen“. Dass der Ausstellungsraum der Kunsthalle Wien Karlsplatz über gläserne Außenwände verfügt, nützt der Künstler zur Montage doppelseitig bemalter Bilder an den Innenseiten vor diesen Scheiben. Glas ohne Rahmen ist weder Fenster noch Loch, auf Glaswände gehängte Bilder hingegen können zu Fenstern werden, speziell dann, wenn sie wie bei Frank Löcher haben. Augen-Löcher zumeist, durch die sich hier nicht nur in die Leere eines Kopf-Inneren, sondern in den hinter ihnen befindlichen Außen- oder Innenraum blicken lässt. Oder wieder mit Franks Worten (vielleicht): „Inwändig leibt auswändig“. Oder (vielleicht) auch: „Menschen sind die verwischten Fenster ins Äußere“. Der Raum verfügt zudem über rechtwinkelige Ecken, in denen auf Teppichen vier Skulpturen stehen. Frei im Raum und in dessen Mitte positioniert findet sich hingegen eine Abfolge bemalter Paravents, die so hoch sind wie Heinz Frank – gewinkelte Wandschirme, die sich womöglich nur vor sich selbst abschirmen. Auch sie verfügen jedoch jeweils über zumindest ein Loch, jenen „Inbegriff der Leere“, wofür zugleich aber gilt: „Das Loch, der sechste Finger des Denkens“. In der Kunsthalle Wien Karlsplatz zeigt sich Heinz Frank aber nicht allein als Darsteller von Ver-Dichtungen „philosophischer Schwächeanfälle“, sondern gleichermaßen als Architekt: Das Maß seiner Dinge ist bezüglich ihrer Proportionen und der Verhältnisse zum Umraum immer der Mensch – und damit er selbst als leibhaftiges Ich- Kurator: Lucas Gehrmann [Kunsthalle Wien Karlsplatz. Dauer: 20. Februar bis 12. Mai 2019 – Foto ©]

 
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