nothing left to lose…… Veronika Burger, Cornelia Mittendorfer, „zweintopf“

In Form re/konstruierter Filmsets und Bühnen bildet die räumliche Inszenierung für die Grundlage Veronika Burgers künstlerischen Arbeit. Analysiert wird in Fotografien, Perfor-mances und Video-Installation das Spann-ungsverhältnis zwi-schen Schein und Wirklichkeit, zwischen filmischer Fiktion und Realität. Die Instrumente filmi-scher und historischer Inszenierung werden in Burgers künstlerischen Arbeit neu in Szene gesetzt. Indem sie das Augenmerk auf die OFF-Momente künstlerischer Produktion legt, werden Arbeits- und Produktionsbedingungen sichtbar. Hierfür rücken Berufsgruppen, die mit und an die Filmindustrie gekoppelt sind, in den Mittelpunkt. Die Einschreibung in maßgebliche Kunstinstitutionen des 20./21. Jahrhunderts sowie die Konstruktion von Karriere und Ruhm und die Herstellung von (Fake-) Dokumenten, wie Ausstellungsplakaten, Fanposter, Einladungskarten und die Inszenierung von Ausstellungsaufbauten und Bühnenräumen, sind wesentliche Bestandteile meiner künstlerischen Praxis. Unter verschiedenen Autor_innenschaften kreiert die Künstlerin Platzhalter für Positionen, die in der hegemonischen Kunstgeschichtsschreibung unsichtbar bleiben, und zelebriert eine Do-It-Yourself Kunsthistorie als künstlerisches Modell, das frei zur Kopie und Aneignung aufruft. Der Lebenslauf an sich wird zur Performancebühne: eine kontinuierliche Baustelle der Selbstoptimierung, welche die kulturell-ökonomischen Bereiche von Film und Performancekunst genauer untersucht. Im Mittelpunkt Veronika Burgers Arbeit steht das Performative, mit oder ohne physischer Anwesenheit des eigenen Körpers. Ihre performative Praxis arbeitet medienübergreifend mit Video, Performance, Skulptur, Fotografie und Installation. Stets ist sie Startpunkt für Reflexion und Herangehensweise an das spezifische Medium.

Cornelia Mittendorfers Arbeiten kreisen um die Themen Wahrnehmung, Fremdheit, Lebensspuren, Erinnerung. In den Bereichen Lebensspuren und Erinnerung arbeitet sie mit teilweise lang angelegten Recherchen. Der interdisziplinäre Ansatz mancher Arbeiten entspringt ihrem Bestreben, Kunst mit dem „wirklichen“ Leben in Verbindung zu bringen. Nichts ist so aufregend wie das Leben selbst. Bei dieser Form von research-based-art soll der Blick nicht nur zurückwendet und die Konstruktion von Erinnerung abgehandelt werden. Ein wichtiges Element ist ihr, dabei die Verbindung zur Gegenwart (wieder)herzustellen. Sie glaubt, dass das Verflechten von verschiedenen Bedeutungen und zeitlichen Ebenen den Prozess des Erinnerns erweitert. Erinnerung allein betrifft nur die Vergangenheit. Cornelia Mittendorfer will eine Bedingung für ein konstantes Hin- und Herpendeln zwischen Vergangenheit und Gegenwart schaffen. Wie der Philosoph Karl Jaspers sagte: “Wir sind, was wir erinnern”. Sicher beeinflusste der frühe Tod der Mutter der Künstlerin ihre Entscheidungen sehr. Die Vergangenheit mit der Gegenwart auszusöhnen könnte in gewisser Weise ein Weg sein, den Tod zu bewältigen. Es kommt Cornelia Mittendorfer auf die Gleichrangigkeit unterschiedlicher Methoden an beim Versuch, das Phänomen Leben zu erfassen: nur so können wir uns in unserer komplexen Verfasstheit, der „condition humaine“ begreifen. Deshalb arbeitet sie mit unterschiedlichen Medien und unterschiedlichen Ansätzen. Das hat auch seinen Grund in eigener Erfahrung mit einer anderen Disziplin, der Rechtwissenschaft. Auch diese anderen Disziplinen schauen auf den gleichen Untersuchungsgegenstand: das Leben, wenn auch mit unterschiedlichen Methoden.

In „zweintopfs“ neokonzeptueller Kunst hilft ihm (dem Glück) aber wieder das Reale auf die Sprünge. Aus der Rolle des unreinen Konterparts einer vorab geklärten Idee entlassen, steht das auf volle Lautstärke gedrehte Umgebungsgeräusch in Konfrontation zur konkreten Äußerung einer Idee. Es gackert, bellt und wiehert. Gerade weil das Reale wieder bleiben darf, wie und was es ist, eröffnet es seinem Verstehen – zumindest für den Moment eines rasch heilenden Eingriffs – neue Perspektiven. Und auch die alte Werkmächtigkeit kehrt in ironisierter Form zurück. Als wollte sie nur vorläufig und probehalber in Erscheinung treten, arbeitet sie sich an vorgefertigter Massenware ab, verdreht deren ursprünglichen Pläne. zweintopfs Würfel setzen sich nicht mehr aus minimalistisch weißen, stabilen und jedenfalls scharfkantigen Stücken zusammen, bevor sie Flora und Fauna übergeben werden, als Monumente wehmütiger Formelhaftigkeit und eigener Unzulänglichkeit. Geometrisch komplexere Gebilde formieren sich aus Partyzeltstangen und werden, bei aller Fragilität, einer feindseligen Welt ausgesetzt, bis zur völligen Erschöpfung, wenn sie nicht gar das weit edlere, beständigere Material der Werkübermacht Il Divinos immediatamente zu spüren bekommen. Die Wiedergewinnung menschlicher Werkmächtigkeit durch zweintopf ist eine ironische Reprise bürgerlicher Tugend, zeugt Ausdrucksformen, an die sich das alte Glücksversprechen nicht mehr so einfach hängen kann. Interventionistische Logik und Billigmaterial machen es temporär. In seiner stets präzise komponierten und obendrein poetischen Dokumentation erfährt es aber eine nostalgisch anmutende Reminiszenz. [Kunstverein Baden, Dauer bis 21. Jänner 2018- Foto© ]

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