SIMON QUENDLER – ESSENZ GOLD

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©SIMON QUENDLER, Foto: Künstlerhaus 2015

Simon Quendler – zeigt im Wiener Künstlerhaus unter dem Titel ESSENZ GOLD eine Einzel-ausstellung. Parallel dazu wird im Red Carpet Show-room, in der U-Bahn Station des Wiener Karlsplatz, ein Teil-nachbau

des Ateliers des Künstlers gezeigt. Sieht man den Künstler in seiner Werkstatt beim Arbeiten zu, ist es schwer vorstellbar, dass am Ende ein klassisches Gemälde entsteht. Es scheint, als ob man sich an einem apokalyptischen Filmset, oder in einem Labor befindet. Zwischen Feuer, Kohle, Bronzegüsse, Leinwänden, Aschehaufen, Wasserfässern, ausgestopften Vögeln und Farbbergen entstehen Werke, die bereits in internationalen Museen, Auktionshäusern und Galerien zu finden sind. In der Zeit, wo Simon Quendler eine Leinwand bespannt, schmelzen neben ihm, im 3000 Grad heißen Hochofen, Metalle und Erdmaterialien, die anschließend in die Gemälde einfließen. Lautes Motorengeräusch hallt durch die Räumlichkeiten – die Motoren werden dazu verwendet, um das Feuer auf die notwendige Temperatur zu bringen. „Das Aufbrechen von Strukturen mittels Verbrennung ist ein essenzieller Prozess, der uns dem Ursprung näher bringt“, beschreibt Simon Quendler seine Technik. Das Mischen von Ölen und Farben durch eine selbstgebaute Zentrifuge erfordert höchste Konzentration. Aus einem Sammelsurium von konservierten Farben entstehen so, nach alchemistischem Vorbild, Farbmischungen mit denen gemalt wird. Dieses extreme Verfahren sorgt dafür, dass sich Werke teilweise noch während der Ausstellungseröffnung durch Oxidation verändern und für neue, unerwartete, scheinbar zufällige Erscheinungen sorgen. Ohne dem Einfluss des Künstlers verändert sich, wie durch Geisterhand ein Objekt und drängt sich in den Vordergrund. Ein 70kg schwerer Bronze-Fisch, mit Federn statt Flossen – die Hybris ist ebenfalls in der Werkschau im Wiener Künstlerhaus zu sehen. Um der Urfarbe einen Schritt näher zu kommen, werden große Wasserfässer im Atelier eingelagert, um neue Farbexperimente voranzutreiben. Für ein Projekt für den Stromerzeuger „Verbund“ lebte Simon Quendler über zwei Monate am Staubecken der Mur in der Steiermark, um Teilchen aus dem Wasser zu filtern, die dann für die Farbgebung relevant wurden. Es geht nicht um die Zerstörung des Bestehenden, sondern um die Besetzung von Gewohnheiten mit neuen Materialeigenschaften und dem kreationistischen Aufbau mittels Malerei. Sie Suche nach der Urfarbe ist die Suche nach Göttlichkeit in sich. Kunst soll sich wieder erheben, zu Größerem führen. Die Ausstellung ESSENZ GOLD trifft in die Wunden unserer Zeit und besticht durch Ruhe und Klarheit. Das zentrale Sujet in Simon Quendlers Schaffen ist und bleibt der Mensch und sein Handeln. (Foto: Künstlerhaus)

E-PAPER ANMELDEN-2

 

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