WORLD PRESS PHOTO 19

Bereits zum achtzehnten Mal lassen im WestLicht die prämierten Einzelbilder und Fotoserien des World Press Photo Award als Ikonen der Zeitgeschichte das vergangene Jahr Revue passieren und zeigen auf eindringliche Weise Ereignisse aus den Bereichen Politik, Gesellschaft, Sport und Natur. Das von der Jury zum World Press Photo des Jahres gekürte Bild des US-amerikanischen Fotografen John Moore war zu einem Symbol für die restriktive Einwanderungspolitik der USA unter Präsident Trump geworden. Die Aufnahme zeigt die weinende, knapp zweijährige Yanela Sanchez in Texas, nahe der Grenze zu Mexiko, während ihre Mutter Sandra von einem Beamten der Grenzpolizei durchsucht wird. Die aus Honduras stammende Frau und ihr Kind hatten sich im April 2018 im Süden Mexikos einem Flüchtlingszug Richtung USA angeschlossen und waren im Juni beim Versuch den Grenzfluss Rio Grande mit anderen Familien zu überqueren, von einer US-Patrouille festgenommen worden. Am 6. April 2018 hatte US-Generalstaatsanwalt Jeff Sessions eine Null-Toleranz Zuwanderungspolitik ausgerufen und angekündigt, dass jeder, der versucht die Grenze illegal zu übertreten mit einem Strafverfahren zu rechnen habe. Bald danach häuften sich in den Medien Berichte, dass bei Festnahmen an der US-Grenze Kinder von ihren Eltern getrennt würden. Obwohl Yanela und ihre Mutter nicht zu den tausenden Getrennten gehörten, wurde Moore’s weltweit veröffentlichte Aufnahme zum Symbol des unmenschlichen Verfahrens und entwickelte sich zu einem viralen Phänomen.

Die öffentliche Empörung führte schließlich dazu, dass Präsident Trump der Praxis am 20. Juni ein Ende setzte. „Das Bild zeigt eine andere, psychologische Art der Gewalt“, würdigte Jury-Mitglied Alice Martins den Ausdruck des Siegerbildes und die Vorsitzende des Wettbewerbs, Whitney C. Johnson, sprach von einem „überraschenden, einzigartigen und relevanten Foto“. Für World Press Photo 2019 hatten sich rund 4.700 Fotograf_innen mit fast 80.000 Fotografien an dem Wettbewerb beteiligt. „Es ist zutiefst bewundernswert mit welchem Einsatz, nicht selten unter Lebensgefahr, Fotografinnen und Fotografen Großes leisten, um uns die Geschehnisse in der Welt zu vermitteln und vor Augen zu führen. Gerade in Zeiten, wo es für die Journalisten immer gefährlicher wird, aus den Krisenregionen zu berichten, kann man diese Arbeit nicht hoch genug schätzen. Das macht auch den Wettbewerb der World Press Photo Foundation und die daraus folgende Ausstellung zum einzigartigen und bedeutenden Ereignis“, sagt WestLicht Vorstand Peter Coeln. Seit 1955 schreibt die World Press Photo Foundation, eine unabhängige Plattform des Fotojournalismus mit Sitz in Amsterdam, den World Press Photo Contest aus. Eine jährlich wechselnde Jury beurteilt die Einsendungen von Fotograf_innen aus aller Welt. Das Ergebnis des renommierten Wettbewerbs, das jeweils als Wanderausstellung um den Globus tourt, gilt als wichtigste Leistungsschau der internationalen Pressefotografie. [WestLicht, Dauer bis 20. Oktober 2019 – Foto: © WestLicht]

 
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